Der Bühlertalhof

Die Reitsportanlage Bühlertalhof ist eine große Reitanlagen in Baden-Württemberg. Sie verfügt über zwei Reithallen mit Sand/Fließ Boden, eine Führanlage, Pferdeboxen mit verschiedenen Schwerpunkten und Größen, Koppeln, einen Offenstall und einen Laufstall für Wallache, Putzplätze im Freien sowie Überdacht, einen Waschplatz, einem Solarium und Stellplätze für Pferdehänger.

Zudem bieten das Bühlertal und der Rammert mit seinen Feld- und Waldwegen herrliche Ausreitstrecken. Der großen Außenreitplatz gehört dem ansässigen Reit- und Fahrverein Bühl e.V. und kann von den Mitgliedern genutzt werden. Durch seinen Swing Ground®-Belag und die Beleuchtung ist er ganzjährig bereitbar.

Geschichte

Nach Ende des 2. Weltkrieges gab es in der damals noch selbstständigen Gemeinde Bühl wie auch andernorts nur wenige Pferde in den ländlichen Ställen. 1958 standen noch insgesamt drei Pferde in Bühl, zwischen 1963 und 1969 war Bühl völlig ohne Pferde. Erwin Hauser war der erste, der den pferdelosen Zustand beendete, als er ein Fohlen kaufte, um es auf seinem Hof aufzuziehen. Ihm folgte kurze Zeit später Erhard Lohmüller mit der Stute Bianca. Nach und nach kamen weitere Pferdeliebhaber hinzu und bereits sechs Jahre später gab es wieder 18 Pferde in Bühl.

Bei einem Treffen im Jahre 1974 entschlossen sich die Bühler Reiter dazu, einen Reitclub zu gründen. Gründungsmitglieder waren Raimund Gugel, Erwin Hauser, Siegfried Hauser, Gerhard Heberle, Sigmund Hönle, Klaus Huber, Erhard Lohmüller, Hugo Lohmüller, Clemens Merk, Isabell Niklas, Albrecht Raidt, Werner Sailer und Karl Vollmer.

Der junge Reitclub pachtete im Bühlertal Wiesengrundstücke und zäunte einen Reitplatz und Koppeln ein. Im Winter durften die Bühler die Reithalle des Reitvereins Rottenburg in Bad Niedernau benutzen. Aus diesem Grunde entstand der Wunsch nach einer eigenen Reithalle, um auch bei schlechtem Wetter und an Winterabenden reiten zu können. Da der Reitclub nicht über die nötigen Mittel verfügte, erklärte sich Erhard Lohmüller dazu bereit, die Reithalle auf privater Basis zu bauen.

1976 begannen die Vorplanungen und im Frühjahr 1981 erteilte die Stadt Tübingen nach langem Hin und Her die Baugenehmigung für den Bau des heutigen Bühlertalhofs. Baubeginn war der 5. Oktober 1981.

1983 richtete der Verein auf dem Bühlertalhof sein erstes großes Reitturnier – die Baden-Württembergische Meisterschaft für Ponys und Kleinpferde in der Vielseitigkeit – aus. 1984 folgte – ebenfalls für Ponys und Kleinpferde – die Baden-Württembergische Meisterschaft in Dressur und Springen.

Von Anfang an bot der Bühlertalhof seinen Reitern ein vielseitiges Ausbildungsprogramm mit verschiedenen Reitlehrern in unterschiedlichen Reitsparten an. Besonderer Wert wurde und wird auch heute noch auf eine intensive Jugendarbeit gelegt. Dies hat dazu geführt, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Landkreisen Baden-Württembergs auf der Reitsportanlage Bühlertalhof reiten.

1991 fand auf dem Bühlertalhof erstmals eine Quadrillenprüfung statt. Es folgten ein Süddeutsches und drei Baden-Württembergische Quadrillenchampionate. Die Bühler Achterquadrille wurde seither achtmal Baden-Württembergischer Meister.

2003 wurde der Bebauungsplan „Reitanlage Bühl“ von der Stadt Tübingen genehmigt. Dadurch wurde der Weg für weitere bauliche Maßnahmen frei. 2006 erfolgte der Bau einer zweiten Bewegungshalle, 2006 der Bau des Reitplatzes durch den Reit- und Fahrverein Bühl e.V.

Einen großen schock erlebte die Reitsportanlage im Jahr 2007, als ein Großteil der Hauptreithalle durch einen Brand zerstört wurde. Durch großes Glück wurden hierbei weder Mensch noch Pferd verletzt. Die Reithalle wurde anschließend neu aufgebaut und dabei heller und freundlicher gestaltet.

Seither wurde auch die restliche Reitsportanlage Bühlertalhof ständig modernisiert – die Böden des Hofes wurden vollständig mit Knochensteinern ausgelegt, ein neuer Stalltrakt mit großen, hellen Paddockboxen wurde errichtet und am 12. Juli 2017 mit einem feierlichen Richtfest eingeweiht. Beide Hallen erhielten einen hochwertigen Reitboden aus Sand/Fließ und nicht zuletzt wurde die alte Stallgasse heller gestaltet und einige Boxen vergrößert.